Link Wray

“Rumble is the best instrumental ever”
Bob Dylan

“Link is a quiet man to meet - easy and corteous. His music, though, betrays that deep inside he gets very very mean very often. I remember beeing made very uneasy the first time I heard “Rumble”, and yet excited by the guitar sound. And his voice! He sounds like a cross between Jagger an Van Morrison, even sometimes like Robbie Robertson. We met him in New York in 1970 while recording “Who`s next”.....this later inspired the b-side “Wasp Man”, a tune we dedicated to Link Wray.”
 
Pete Townsend, The Who

“Link Wray and Gene Vincent.....two of the greatest unknowns of rock`n`roll.”
John Lennon, The Beatles

“Link Wray was the most volatile and sophisticated guitarist to emerge from the late `50s. He was a powerful, inventive player, doing things with dynamics and rythm that would later inspire Pete Townshend and Eric Clapton”
Greg Shaw, Rolling Stone Magazine

"He is the King; if it hadn't been for Rumble,
I would have never picked up a guitar."
Pete Townsend, The Who

Tja............Link Wray...............muß man über diesen legendären Gitarristen überhaupt noch irgendetwas schreiben? Ok......für die Unwissenden noch mal kurz zusammengefasst:

Er ist der unbestrittene König des harten Gitarren-Sounds. Er ist der Erfinder dessen, was man viel später “Power Chord” nennen wird. Er verwandelte ein seichtes Klimper-Instrument zu einer agressiven, tödlichen Waffe. Seine Musik ist gewalttätig und gefährlich. Lieder wie “Rumble”, “Ace of Spades” oder “Jack the Ripper” hört man nicht “einfach so”. Diese Musik ist eine Medizin, eine Droge, ein Mittel gegen die vielfältigen Leiden der damaligen und heutigen Zeit. Sie baut Dich auf! Sie macht Dich fertig! Du mußt diese Musik aber gut dosieren,............ .....sonst verwandelt sie Dich in ein Tier. Und Du mußt sie vorallem laut hören.......sehr laut! Und schon nach kurzer Zeit wirst Du Dich fragen, welcher Idiot eigentlich “Stereo” erfunden hat.

Der Mensch, der diese Musik geschaffen hat,  wurde als Fred Lincoln Wray Jr. am 2. Mai 1929 in der Nähe von Dunn, North Carolina als zweiter Sohn von Fred und Lilian Mae Wray geboren. Seine Brüder waren Vernon und Doug Wray. Am Erscheinungsbild des jungen Link Wray konnte man leicht erkennen, daß ein Teil des Blutes in den Adern der Wrays seinen Ursprung im Stamme der Cherokee Indianer hatte.

Link Wray war gerade mal 4 Jahre alt, als er von einem schwarzen Musiker aus der Nachbarschaft seine ersten Gitarrenlehrstunden erhielt. Gegen Ende des zweiten Weltkrieges zog die Familie nach Portsmouth, Virginia, weil Links Vater dort Arbeit in einer Werft fand. Link arbeitete später als Taxifahrer. Sein älterer Bruder Vernon Wray, der wegen seines glücklichen Händchens beim Kartenspiel auch “Lucky” genannt wurde, war anfänglich die treibende Kraft in Sachen Musik.

v.l.: Link Wray, Fred Wray, Doug Wray, Vernon (Lucky) Wray

Unter dem Namen “Lucky Wray & the Lazy Pine Wranglers” zogen sie musizierend durch das Gebiet um Portsmouth und Norfolk. Dann kam der Korea-Krieg und Uncle Sam rief auch nach Link zu sich. Die militärische Karriere währte nur kurz, da er schwer an Tuberkulose erkrankte und ihm deshalb sogar ein Lungenflügel entfernt werden mußte.

v.l.:Doug, Vernon und Link, frühe Fünfziger Jahre

“The Palomino Ranch Gang”

Dies war wohl auch der Hauptgrund dafür, daß sich Link auf das Gitarrespielen konzentrierte und nur noch selten sang.Mitte der 50`er Jahre stieß der Bassist Shorty Horton zu dem Combo dazu. Die Band nannte sich mittlerweile “Lucky Wray & the Palomino Ranch Gang”. Nun wurden die ersten Plattenaufnahmen gemacht. Klassiker wie “Got another baby”, “Teenage Cutie” oder “Hillbilly Wolf” haben ihren Ursprung in dieser Zeit.

Und irgendwann kam dann das Jahr 1958. Und Link Wray gelang der größte Hit seiner Karriere. “Rumble” (Cadence 1347) erschien und nachdem der bekannte DJ Milt Grant den Song in seinen Shows spielen ließ, verkaufte sich die Scheibe über 1 Millionen mal. Weil das Lied den Behütern der amerikanischen Jugend aber “too suggestive” war, wurde es sogar für einige Zeit mit einem Bann belegt und durfte nicht mehr im Radio gespielt werden! Andere Hits folgten (z.B.: “Rawhide”, “Jack the Ripper”, “Ace of Spades”), erreichten aber nie die Verkaufszahlen von “Rumble”.

Im Jahre 1974 hatte Robert Gordon das Glück mit Link Wray zusammenzutreffen. Zu Beginn der Zeit, die man dann später mal “Rockabilly Revival” nennen würde, nahm Link mit ihm zwei Alben auf. Und zusammen mit Link hörte man den besten Robert Gordon aller Zeiten. Roberts Stimme und Links Gitarre ergänzten sich einfach genial ( man lausche beispielsweise mal ihrer Version von “I want to be free”). Gordons späteres Zusammenspiel mit Chris Spedding (der m.E. völlig überschätzt wird) machte den Wert von Link Wray als Gitarristen umso deutlicher.

Ja..........und dann war irgendwann der 29.12.1996 und ich (Andi) hatte die unglaubliche Ehre den mittlerweile 67 jährigen Meister höchstpersönlich in Frankfurt am Main im “Nachtleben” zu erleben. Ok........ich war zwar anschließend zwei Wochen in ärztlicher Behandlung (tägliche Infusionen wegen eines erlittenen Hörsturzes)...................aber es hat sich gelohnt! Immerhin habe ich eine abgerissene Gitarrensjite, ein Plektrum und ein Autogramm (siehe oben) erbeutet. Und dann die absolute Krönung:       Er ließ mich seine Gitarre berühren!

Tja ........und heute ist diese Legende fast 73 Jahre alt und gibt immer noch Konzerte! Und bei nächster Gelegenheit werde ich ihn bestimmt mal wiedersehen. Falls Ihr dann auch da sein solltet und einen Typen ganz vorne vor der Bühne durchdrehen seht: Das bin garantiert ich!

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